Karrierestart im Kindergarten

Studie: Führungsverhalten wird bereits in der Kindheit geprägt

Erfolgreiche Führungskräfte waren im Kindergarten, bekamen Taschengeld und für ihre Leistungen viel Aufmerksamkeit von ihren Eltern. Diese Schlüsse zieht Doris Langenberger aus ihrer aktuellen Studie. Die Unternehmensberaterin bei der Wiener PEF Consulting untersuchte, wie biographische Daten und kommunikative Kompetenz von Führungskräften zusammenhängen.

Befragt wurden 300 Geschäftsführer aus dem Kreis der 500 größten Unternehmen Österreichs. Diese sowie jeweils der Mitarbeiter, mit dem sie am längsten zusammenarbeiten, mussten einen Fragebogen ausfüllen. Dabei kamen interessante Zusammenhänge zutage. Etwa: Je strenger die Führungskräfte die Erziehung ihres Vaters einschätzen, desto weniger fordern sie die Mitarbeiter auf, kreativ zu sein und eigene Ideen zu entwickeln. Oder dass das Aufwachsen in Großfamilien (mehr als zwei Geschwister) ein Laissez-faire-Führungsverhalten fördere. Geschäftsführer, die sich in ihrer Kindheit viel selbst beschäftigten und wenig Gemeinschaftsaktivitäten wie etwa Sport betrieben hatten, haben größere Schwierigkeiten, mit den Mitarbeitern respektvoll und freundlich umzugehen. Je höher aber die Schulbildung ist, desto freundlicher und respektvoller wird der Umgang mit den Angestellten.

Früh übt sich...

„Insgesamt zeigt die Untersuchung, dass die Kommunikationskompetenz schon in der Kindheit vermittelt wird“, behauptet Langenberger. Es sei daher nicht möglich, mit ein paar Seminarstunden einem – in dieser Hinsicht nicht sehr begabten – Manager diese Fähigkeit beizubringen. „Aber man sollte auch Abschied davon nehmen, dass ein Geschäftsführer alles können muss. Man sollte seine Stärken fördern. Hat er in einem anderen Bereich Schwächen, kann man ihm ja jemanden zur Seite stellen“, regt die Unternehmensberaterin an.

Weitere Ergebnisse der Studie: Ein freundlicher und respektvoller Umgang der Führungskraft mit den Mitarbeitern – vor allem auch die Gesprächsbereitschaft – soll wesentlich mehr zur Zufriedenheit der Mitarbeiter beitragen als das Ermöglichen von Mitbestimmung und das Gewähren von persönlichen Freiheiten.

Im Frühjahr 2001 soll die Studie auch in Buchform erscheinen.


Die Presse, vom 21.10.2000





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